Leinfelden-Echterdingen

Andrea Schwarz engagiert sich seit Dezember 2016 für die Lernpartner der Bürgerstiftung LE. Sie entdeckte damals eine Annonce im Amtsblatt, mit der das Projekt um neue Lernpartner warb, die Kinder mit ungünstigen Startvoraussetzungen auf dem Weg durch die Schule und ins Leben begleiten. Andrea Schwarz entschied sich, sich darauf zu melden. Seither trifft sie sich einmal in der Woche für ein paar Stunden mit ihrem Lernkind. In diesen mehr als zwei Jahren haben die beiden eine Bindung zueinander aufgebaut.

Frau Schwarz, was gefällt Ihnen an Ihrem Dasein als Lernpartnerin am meisten?
„Das sind ganz unterschiedliche Dinge. Zum einen lernt man eine andere Kultur kennen. Der Vater des Kindes, das ich betreue, kommt zum Beispiel aus Vietnam. Aber vor allem ist es das Gefühl, dass ich damit etwas Sinnvolles tue: Ich kann für jemanden da sein, der meine Hilfe braucht. Und manchmal kann ich auch etwas Oma spielen. Denn Großeltern fehlen solchen Kindern wie meinem Lernkind einfach.“

Jeder Lernpartner gestaltet diese Partnerschaft ja selbst. Was machen Sie?
„Mein Lernkind und ich treffen uns einmal in der Woche. Als ich seine Lernpartnerin
geworden bin, ging er noch in die Grundschule – da bin ich immer zu ihm gefahren.
Dann hat er es auf die Realschule geschafft und seither kommt er immer dienstags direkt nach der Schule zu mir. Er darf sich auch immer etwas zum Mittagessen wünschen. Danach lernen wir in erster Linie: Wir machen zusammen Hausaufgaben und wenn eine Arbeit ansteht, dann lernen wir darauf. Aber wir reden auch über Gott und die Welt. Es ist also etwas anderes als klassische Nachhilfe. Und das soll es auch sein. Manchmal gehe ich auch auf Elternabende mit. Das muss ich zwar nicht, aber ich möchte es. Oder ich besuche Schulveranstaltungen. Mein Lernkind möchte das auch. Und vor dem Wechsel auf die Realschule haben wir uns zusammen die Schulen angesehen. Ich habe auch für mich viel gelernt in den letzten Jahren.


Was war das bisher schönste Erlebnis, das Sie als Lernpartnerin hatten?
„Erst vor ein paar Wochen hat mein Lernkind zu mir gesagt: ‚Für mich ist der Dienstag der schönste Tag der Woche.‘ Weil ihm da ein Nachmittag ganz alleine gehört, ohne Geschwister oder sonst etwas. Und meine Bekannten und meine Familie wissen das auch: Dienstagnachmittags darf mich sonst niemand brauchen! Manchmal treffen wir uns aber auch an einem anderen Tag, nämlich dann, wenn etwas Besonderes ist. Zum Beispiel macht mein Lernkind mit beim Musical im Bürgerhaus in Musberg. Da hat er bald einen Auftritt – und den schaue ich mir natürlich an!“


Die Bürgerstiftung LE sucht Ehrenamtliche, die, wie Andrea Schwarz, als Lernpartner einem Kind ein bis zweimal in der Woche für etwa eine Stunde bei den Hausaufgaben und generell beim Lernen helfen möchten. Wer Interesse hat, kann sich bei Ute Brettschneider melden.

Ab 11 Uhr ist sie unter der Telefonnummer 0159-02603500 zu erreichen.

 

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